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9Jun/150

Die Lange Nacht der Psychologie

Am 19. Juni öffnet die Kibühne in Chur ihre Tore zur 'ersten Langen Nacht der Psychologie'

www.psychologienacht.ch

Kommt und lasst euch bereichern und geniesst diesen Anlass. Die Churer Psychologen Christina Casanova und Gion Duno Simeon haben für die Lange Nacht der Psychologie das Thema Resilienz gewählt. Spannende Referate, Tanzeinlagen mit Esther Perez, sowie ein interessantes Interview mit Ernst Bromeis, erwartet euch.

Lange Nacht der Psychologie beginnt ab 18 Uhr am 19. Juni und endet gegen ein Uhr morgens.

 

Christina Casanova

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25Mai/150

Persönlichkeitsentwicklung

Sexueller Missbrauch setzt ein Kind nicht nur traumatischen Erfahrungen aus, sondern das Kind wird auch in seinem Vertrauen zutiefst erschütternt, wenn es entdeckt, dass eine Person, die es liebt und zu der es in einer lebenswichtigen Beziehung steht, es missbraucht und verletzt.

Die grundlegende Missachtung des Willens des missbrauchten Kindes und die (fortgesetzte) Verletzung seiner körperlichen Integrität konfrontieren das Kind mit Gefühlen der Hilflosigkeit und des Ausgeliefertseins. Auch in seinem Selbstvertrauen wird es zutiefst geschädigt, wenn es die Gefühle der Scham, der Schuld und der Wertlosigkeit als dem eigenen Selbst zugehörig verinnerlicht.
Wie die Folgen für die betroffenen Jungen und Mädchen langfristig aussehen, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Nicht alle Kinder, die sexuell missbraucht wurden, entwickeln auffällige Symptome.

Nach Einschätzung vieler Experten sind die Schädigungen umso schwerwiegender

  • je größer der Altersunterschied (z.B. Generationenunterschied) zwischen Täter und Opfer ist;
  • je größer die verwandtschaftliche Nähe ist (sexuelle Übergriffe durch Autoritäts- und Vaterfiguren werden als besonders gravierend eingestuft);
  • je länger der Missbrauch andauert;
  • je jünger und weniger weit entwickelt das Kind zu Beginn des Missbrauchs ist;
  • je mehr Gewalt angedroht und angewendet wird;
  • je vollständiger die Geheimhaltung ist;
  • je weniger sonstige schützende Vertrauensbeziehungen, etwa zur Mutter, Geschwistern, Gleichaltrigen oder einer Lehrerin bestehen.

Eine Gewichtung der einzelnen Faktoren lässt sich kaum vornehmen. Fest steht: der sexuelle Missbrauch ist ein häufig traumatisches und damit lebensbestimmendes Ereignis.

Die Selbsthilfegruppe 'sexueller Missbrauch' hat noch Kapazität neue Teilnehmerinnen aufzunehmen. Bitte melden Sie sich: Selbsthilfe Graubünden, telefon 081 353 65 15

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6Mai/150

Selbsthilfe Gruppe ‘sexueller Missbrauch’

Gruppenstart ab Juni 2015 - Dienstag oder Donnestagabend ab 18 Uhr

 

Eine Vergewaltigung ist ein erzwungenes Eindringen mit dem Penis in die Scheide. Das Eindringen in die Scheide mit einem Gegenstand oder Finger, das Eindringen in After oder Mund mit einem Gegenstand, Finger oder Penis wird sexuelle Nötigung genannt und wird juristisch gleich behandelt (siehe Alles, was Recht ist). Umgangssprachlich wird oft bei beiden Delikten von Vergewaltigung gesprochen, auch im Empfinden der Frau ist es dasselbe.

Frauen werden in den meisten Fällen von jemandem vergewaltigt, den sie flüchtig bis sehr gut kennen.

Sexuelle Handlungen können verschieden erzwungen werden. Die neue Bekanntschaft kann sich zum Beispiel als grobe, aggressive Person entpuppen. In Ehe und Partnerschaft kann der Druck sehr subtil sein und Drohungen genügen bereits, damit eine Frau sich nicht wehrt.

Einige Frauen können sich erfolgreich wehren. Dieses Gefühl, handeln und sich schützen zu können, kann den Verarbeitungsprozess enorm erleichtern.

Christina Casanova

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19Apr/150

System Depression – das neue Buch von Peter Dold

Doktor Peter Dold hat sein neuestes Buch 'System Depression' publiziert. Herzliche Gratulation vorweg!

Peter Dold, weshalb haben Sie ein Buch über Depression geschrieben? Gibt es dazu nicht schon genügend Fachliteratur?

Es hat damit zu tun, wie wir unsere Beziehungen leben, wie wir uns ernähren und bewegen. Dieses Buch ist ein innovatives Praxisbuch. Denn Beziehungen, so wie wir sie leben und Depressionen haben miteinander zu tun. In jeder zwischenmenschlichen Beziehung leben wir auch in unseren Verhaltensmustern. Dies geschieht natürlich unbewusst, doch leiten und lenken sie uns. Ist also ein Partner depressiv wirkt sich das auf die Beziehung, sprich  auf das Beziehungssystem aus. Zum Beispiel werden unglückliche Kinder entweder aggressiv oder ganz still. Doch Wut und Aggression gehören zum Stammhirn und man muss sie zeigen, ausdrücken. Darf man dies nicht, entwickeln sich daraus Verhaltensstörungen.  Es ist schade, wir neigen eher dazu Trauer und Wut niederzudrücken, als diese ausleben zu lassen. Wir leben in einer Gesellschaft in der Verlierer keinen Platz haben: Wir müssen ständig gut drauf sein, fröhlich sein, guter Dinge sein und Positivismus ausstraheln.  Trostlosigkeit darf zum Beispiel kaum noch zugelassen werden. Die Psychopharmaka steht als Retter zur Seite. Aber Körper und Seele gehören zusammen. Und da tun Schulmedizin und klassische Psychotherapie immer noch zu wenig in der Prävention. Zudem hat die Pharmaindustrie alles Interesse daran, traditionelle billige Heilmethoden abzulösen durch eine Palette von Tabletten. Mein Buch ist ein Praxisbuch und hat nichts mit Tablettenhinweisen zu tun.

Schwer Depressive sind existenziell angewiesen auf Medikation. Aber nur rund dreissig Prozent der depressiven Menschen werden medikamentös behandelt. Das ist das Prinzip von Try and Error, probieren und fallieren. Ich weise in meinem Buch darauf hin, bevor man die Medizin einschaltet, sollte man wirklich alles andere probieren. Wenn die endokrinen Ausschüttungen dauernd aktiviert sind – sprich: das Adrenalin dauernd fliesst –, ist das ein pausenloses Anpeitschen, letztlich ein Stresssymptom. Was dann? Man kann klüger fragen: Was stattdessen? Zum Beispiel Ruhephasen, weiche Bewegungen, durchaus im Rhythmus des Kosmos, die richtige Ernährung.

Aber wie erkennt man, dass eine Krise beim Mitmenschen angebrochen ist?

Das eindeutigste Zeichen ist der Rückzug. Der Betroffene will auf keinen Fall komisch, fremd oder gar als auffallend wahrgenommen werden. Ohne emotionale Schwingungen verliert aber der Mensch die Lebenslust, also sind Schwingungen lebenswichtig. Ein emotionales Oszillieren sollte jeder leben dürfen. Denn ein wichtiger Punkt – die Regelsysteme. Wir haben Regelsysteme, die das Leben erhalten: Wachen und Schlafen, Ruhen und Bewegen, Zärtlichkeit, Sexualität und Abstinenz. Bei Depressiven brechen die Regelwerke auseinander. Depressive sitzen nur noch zu Hause, oder sie rennen sich die Seele aus dem Leib. Das Gleichgewicht ist verloren gegangen. Auf Stress muss Entstressen folgen, auf Antreiben das Warten.

Peter Dold: System Depression – Depressionen ganzheitlich und körperorientiert behandeln. 192 Seiten. Fachbuch Klett-Cotta, 2015, Stuttgart.

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31Mrz/150

Wenn Arbeit krank macht

Nichts geht mehr: Wenn der Druck im Job zu groß wird, Angestellte sich ihren Aufgaben nicht mehr gewachsen fühlen, unter Angstzuständen leiden, nicht mehr schlafen können und weniger leistungsfähig sind, folgt meist die Diagnose: Burn-out-Syndrom. Doch was ist das eigentlich? Bei welchen Anzeichen muss ich mir Sorgen machen? Wie lässt es sich therapieren?

Einen der wichtigen Schritte ist: Gehe in eine Selbsthilfe Gruppe, denn dort sitzen die wahren Experten, die Dir Rat bieten.

Christina Casanova

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1Mrz/150

Nicht stoeren

Die ADHS Selbsthilfegruppe trifft sich einmal im Monat. Bis heute ist es eine reine Männergruppe. Jeweils am ersten Dienstag im Monat treffen sie sich im Gruppenraum der Selbsthilfe Graubünden ein und unterhalten sich über ihre Erlebnisse. Was quält sind verschiedene Dinge, vorwiegend aber, dass sie sich im Alltag so schnell aus dem Konzept bringen lassen. Da sind so viele Gedanken, die sie von Alltäglichkeiten abbringen und sie immer wieder nachgreifen müssen: Was ist jetzt wichtig? Was muss ich erledigen? Und eines der schwerwiegenden Dinge, die den modernen Menschen von heute krank macht, ist der Computer.

Schon frühmorgens treffen die E-Mails ein, auf der facebook Timeline mach ein witziges Video die Runde, auf Twitter diskutiert die Netzwelt, das Smartphone vibriert und ein Kollege schneit mit einer 'kurzen Frage' herein - das heisst: Ueberall lauern Ablenkungen. Doch unser Gehirn hat eine begrenzte Verarbeitungskapazität. Das liegt an einer Art Filter, der sich im lateralen präfrontalen Kortex befindet.

Dies und vieles mehr wird in der Selbsthilfegruppe miteinander besprochen. Die Teilnehmer tauschen sich aus, helfen sich mit Hinweisen oder vergewissern sich, wie sie sich besser abgrenzen können - dem Handy Ferien gönnen, dem facebook Portal übers Wochenende Ruhe schenken - oder auch Nein sagen, selbst zu Freunden:-)

 

Christina Casanova

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10Feb/150

Wenn essen suechtig macht

Oft ist es schwierig, den Frauen und Männern anzusehen, dass sie unter einer Essstörung leiden. Ueber das übermässige, unkontrolliere Essen, Bulimie genannt, das oft mit Erbrechen einhergeht, spricht man nicht gerne. Selbst unter Freunden meidet man dieses Thema nur allzu oft. Bei Magersüchtigen, die nur noch aus Haut und Knochen bestehen, drängt sich der Gedanke an eine Essstörung schnell auf; Bulimiker aber werden nicht unbedingt dünner. Sie können ihre Probleme gut verstecken – die mit dem Essen und die mit dem Leben. Daher ist ihre Zahl nirgends erfasst; ein bis vier Prozent der Bevölkerung sollen es sein, überwiegend Frauen im Alter zwischen 20 und 30 Jahren. Während die Magersucht eine typische Pubertätskrankheit ist, ein Kampf gegen den weiblicher werdenden Körper, tritt die Bulimie später auf, oft als Folge. Bulimiker wollen nicht androgyn aussehen, sondern schlank. Deshalb haben auch immer mehr Männer diese Essstörung.

"Die Angst, fett zu werden, hatte ich schon mit zwölf. Ein paar Jahre später fing ich an, mein Essen zu kontrollieren. Zuerst habe ich die Butter weggelassen, dann das Dessert, dann immer mehr. Ich habe mir meine eigene Diät kreiert aus allem, was ich irgendwo aufgeschnappt hatte: unter 1000 Kalorien bleiben, kein Fett, keine Kohlenhydrate. Am Ende war alles verboten..."

In der Selbsthilfegruppe kann Erleichterung erlebt werden. Da sitzen die Experten untereinander und können sich ohne  "wenn und aber", und "du hättest", oder "weshalb hast du nicht", austauschen und sich gegenseitig helfen. Wagen Sie diesen Schritt und wagen Sie, sich einzugestehen: Ich bin nicht alleine!

 

Ihre Christina Casanova

P.S. Die Selbsthilfegruppe ist in der Selbsthilfe Graubünden in Planung:-)

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26Jan/150

Wieso hat der Mensch Angst?

Zittern, Herzrasen, feuchte Hände und ein unangenehmes Gefühl in der Magengrube - das sind die körperlichen Zeichen der Angst. Gleichzeitig bestimmt sie aber auch unsere Gedanken, Gefühle und unser Verhalten. Allen Aspekten ist dabei eins gemeinsam: Sie sind unangenehm.
Die Angst ist allen Menschen angeboren, wann und wie stark wir sie empfinden, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Doch warum ist die Angst ein so heikler Punkt, warum hat diese unbeliebte Emotion eine so machtvolle Stellung?
"Viele empfinden Angst als ein Problem - man darf dabei aber nicht vergessen, dass sie eine lebenswichtige Funktion hat", sagt der Göttinger Psychiater und Angstforscher Borwin Bandelow. Angst schützt uns, indem sie uns alarmiert, wenn wir in Gefahr sind. Sie soll uns zu Kampf, Flucht oder zur Vorsicht animieren.
Die Schutzfunktion der Angst schießt allerdings bei einigen Menschen weit über das Ziel hinaus. Dann ist sie kein Signal für Wachsamkeit oder Vorsicht mehr, im Gegenteil: Die Angst wird selbst zur Bedrohung und verwandelt das Leben der Betroffenen in einen Spießrutenlauf.

Die Selbsthilfegruppe Panik und Angst trifft sich jeden Mittwochabend um 19 Uhr in der Selbsthilfe Graubünden.

Information und Organisation: Selbsthilfe Graubünden

Telefon: 081 / 353 65 15

E-Mail: kontakt@selbsthilfegraubuenden.ch

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4Jan/150

Wozu der Mensch faehig ist

Eine Anregung Goethes möchte ich euch fürs 2015 mitgeben, weil dieser Mensch, ein Meister des Lebens war. Goethe hatte eine Lebensklugheit, von der wir heute auch profitieren können: Und wie geht das zu? Er nahm einfach seine Erfahrung ernst. So nahm er zum Beispiel die Erfahrung ernst:

Man hat nur eine beschränkte Kapazität um Welt zu verarbeiten, um die Neuigkeiten aufzunehmen.

Man muss auf sehr kluge Weise ignorieren können, was irgendwie nicht passt, was man nicht mehr verarbeiten kann.

Es gilt nur so viel aufzunehmen, wie man sich auch anverwandeln kann - das ist Goethes Ratschlag in der Informationsgesellschaft!

 

Eure Christina Casanova

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24Dez/140

Leben-und Seelenraeume

Gerne sprechen wir im Dezember vom alten Jahr. Dabei sind es wir, die älter geworden sind. Natürlich strukturierte sich das Jahr mit unseren Aktivitäten, die wir in einer Agenda festhielten, aber die grossen, spontanen Ereignisse entwarf uns das Leben durch den Augenblick. Das Herrliche, das Unvorhergesehene, das was uns sehnsuchtsvoll begleitet und beseelt, sind nicht buchbar und in keiner Agenda fixen. Erweiterungen in unserem Leben vollziehen sich, wenn vormals Äusserliches vom Leben ausgenommen oder verbraucht wurde.

Es gehört offenbar zum Leben, dass wir beseelte Räume immer wieder unter Schmerzen verlassen müssen, ohne die Gewissheit, ob ein Zusammenleben in neuen Räumen möglich ist.

(Peter Sloterdjiks grosse Kukturgeschichte der Lebens-und Seelenräume)

In diesem Sinne wünsche ich euch Blogleserinnen und Bloglesern schöne Festtage  und ein gutes, neues Bloglesejahr 2015:-)

 

Eure: Christina Casanova

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